Natürlich begann bei mir bereits in der Kindheit, wie bei vielen anderen Mädchen auch, dass Pferde eine Faszination auf mich ausübten. Siehe dazu mein pferdischer Beginn ....

 

Sehr früh begann meine Suche nach Harmonie zwischen Mensch und Pferd. Schon als Kind hinterfragte ich alles und strebte nach feiner Kommunikation.

 

So war ich fasziniert von den "Pferdeflüstern", die nach der Jahrtausendwende wortwörtlich aus dem Boden gestampft wurden. Hängen geblieben bin ich damals schliesslich beim "Parelli-Natural-Horsemanship" System, einem System, das eine roten Faden in sich trägt, dem jedermann folgen kann. Mit meinem früheren Pferd Walu durchlief ich dieses System bis zu einem hohen Level. Aber es fehlte mir etwas, wie sich später herausstellte war es die korrekte Biomechanik.

 

Schon immer hat mich auch das Westernreiten sehr fasziniert, es macht einfach Spass und die kniffligen Trailhindernisse  wie auch die anderen Sparten dieser Reitweise erfordern ein hohes Mass an Zusammenarbeit. Auch hier steht die Harmonie an erster Stelle - die Reiterei ist also keine Frage der Richtung, die man mit seinem Pferd gehen möchte, sondern eine Frage der Einstellung zum Wesen Pferd. Stimmt die Basis, das Vertrauen und somit auch das Zusammenschmelzen und das gegeneinander Verstehen, dann ist alles möglich, sofern das Individuum Pferd von seinen gegebenen Körpereigenschaften her dazu in der Lage ist.

 

Als ich im Jahr 2008 das Westernbrevet im Pferdezentrum Flawil bei Stephanie Roth abschloss, hatte ich auch einen kurzen Einblick in die Akademische Reitkunst - und war sofort gefesselt davon. Endlich wurde mir der Grund und die Wichtigkeit der gymnastizierenden Wirkung der Dressur für das Pferd erklärt. Mir gingen mehrere Lichter, ja ganze Lichterketten an.

Einige Reitstunden und Intensivwochen im Pferdezentrum Flawil später und unendlich vielen Übungsstunden v.a. mit meiner Mérensstute Quina bin ich überzeugt, das dies der richtige Weg ist. Dieser Weg ist lange - eine Lebensaufgabe - aber ein wunderschöner Weg!

 

Im August 2012 ritt ich erstmals unter den Augen von Bent Branderup. Er erkannte die grossen Schwierigkeiten von Quina's unvorteilhaftem Körperbau, war aber von Anfang an begeistert von ihrem Mitmachen und unserer gemeinsamen Arbeit. Er selber schlug mich direkt als Wappenträger vor. Was für eine Ehre! Ich glaube, da darf ich ein wenig stolz auf mich sein (auf meine Pferde bin ich es sowieso), obwohl ich mich nicht gerne selber lobe. Dass wir bei unserem allerersten Treffen mit dem Meister Bent Branderup gleich als Wappenträger vorgeschlagen werden, dann noch von ihm persönlich, ich glaube, die meisten reiten so 4-10 Jahre mit an den Kursen, bis das sonst jeweils der Fall ist!

 

Im November 2012, bei unserem zweiten Seminar, durfte ich dann unter den Augen des Meisters Bent Branderup erfolgreich die Wappenträgerprüfung ablegen.

 

Im März 2013 bestanden Quina und ich völlig unerwartet die Longen- sowie die Bodenarbeitsprüfung (Handarbeit) der akademischen Reitkunst. Heute muss man erst die Bodenarbeiten ablegen, dann erst die berittenen Prüfungen.

Seit Sommer 2013 bin ich offizieller Wappenträger der Akademischen Reitkunst, persönlich eingeschrieben in Dänemark bei Bent Branderup.

 

Mittlerweile habe ich meinen eigenen Stil entwickelt, kombiniert aus allen Elementen. Horsemanship gefolgt von Handarbeit und dann die gymnastizierende Arbeiten verbunden mit Spass.

Diese Art des Reitens wende ich ebenso im Westernsattel, wie auch im Dressursattel oder auch ohne Sattel an, auf dem Platz, wie auch beim Ausreiten. Die bisherigen Erfolge in den wenigen gestarteten Westernprüfungen zeigen mir, dass ich auch hier von der Kombination im Training profitiere. Wobei für mich der Erhalt und die Gesundheit des Pferdes im Vordergrund stehen.

 

Es beginnt immer am Boden mit dem Erarbeiten des gegenseitigen Respekts und dem Vertrauen. Allem voraus geht hier das Verständnis für das Wesen Pferd. Wir Menschen müssen uns mit Hingabe auf die Reise begeben, lernen, das Pferd zu lesen, zu fühlen um im richtigen Moment richtig reagieren zu können.

 

Nur ein Pferd, das dem Reiter vertraut, kann loslassen und sich führen und formen lassen. Aber genauso müssen wir lernen im richtigen Moment loszulassen, damit das Pferd uns vertraut.

 

Pferdegeflüster - Für mich beinhaltet das Zusammensein mit den Pferden eine Reise zum perfekten Gleichgewicht - eine Lebenseinstellung!

Monika Zürcher